Der Herr der Lüfte

Der Herr der Lüfte

Freudenberg. Beim größten Ballonsport-Festival Europas gab es wieder einiges zu sehen. Wenn das Brandenburger Tor, der Orient-Express oder das Feuerwehrauto zum Himmel aufsteigen, staunen die Zuschauern.

Der Freundenberger Thomas Siebel (45) ist unter Ballon-Fahrer mit seinem Faibel für Sonderformen als „Herr der Lüfte“ ein Begriff. Auch bei der 20. Warsteiner Montgolfiade (WIM) sind seine Special-Shapes die Publikumsattraktion.

Den Freundenberger freut es, wenn die Menschen Spaß haben am Ballon-Spektakel. Aber es steckt auch harte Arbeit dahinter. Es beginnt mit dem mühseligen Aufrüsten der Sonderkreationen und endet nach jeder Fahrt im Verpackungsmarathon. „Eine Stunde“ das Minimum, sagt Siebel. „Oft dauert’s noch viel länger“, schiebt er nach. 430 Kilogramm wiegt schon das Brandenburger Tor mit Korb. Fast das vierfache Gewicht von einem normalen Heißluftballon.

Vier Piloten für sechs Ballone

„Eine Tonne Stoff müssen wir dann immer verstauen“, skizziert Thomas Siebel das abenteuerliche Szenario nach der Landung. Zupackende Helfer und zuverlässige Assistenten braucht Siebel für sein Privat-Unternehmen. Vier Piloten für sechs Ballone stehen ihm zur Seite.

Siebel nimmt sein Hobby sehr ernst. Er ist selbst seit 15 Jahren Ballon-Pilot. die Strickmuster für seine Special Shapes entwirft er selbst. Umgesetzt werden sie in England und neuerdings auch daheim in Deutschland. Aktuelles Projekt ist der künftige Orient-Express. Die D-OLOK löste bei der WM das sechs Jahre alte Vorgänger-Modell ab. Feierlich zelebriert wurde das Ganze in einer Taufe bei der Montgolfiade. „Man hängt immer an dem alten ballon“, gibt Thomas Siebel zu. „Aber jetzt freue ich mich auf die neue Lokomotive.“

Bei der 20. Warsteiner Montgolfiade stieg der neue Orient-Express zum ersten und einzigen Mal gemeinsam mit seinem baugleichen Vorgänger in den Himmel. Schließlich gab es noch eine Verabschiedungszeremonie für den orient-Express „G-LOKO“, bei der der Klassikers „time to say good bye“ erklang.

Veröffentlicht:
DerWesten 13.09.2010

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