Sonderformen machen Himmel zur Bühne

Sonderformen machen Himmel zur Bühne

Warstein/Freundenberg. Großen Wirbel liebt er nicht. Obschon der Mann aus Freudenberg bei jedem Ballon-Event den Himmel zur Bühne macht. Thomas Siebel (45) ist als „Herr der Lüfte“ ein Star bei der Warsteiner Montgolfiade. Er hat drei tolle Sonderformen am Start.

Wenn das Brandenburger-Tor, der Orient-Express oder das knallrote Feuerwehrauto zum Himmel aufsteigen, dann staunen Tausende von Zuschauern wie momentan bei der Warsteiner Montgolfiade. Europas größtes Ballonsport-Festival ist für Thomas Siebel ein ideale Präsentationsplattform. Seine Special-Shapes sind die Publikumsattraktion. Denn solch grandiose Motive wie auf den Stoffhüllen haben magische Anziehungskraft. Kinder faszinieren sie besonders.

Hobby aus Leidenschaft

Thomas Siebel aber nimmt den Rummel gelassen hin. den Freundenberger freut es, wenn die Menschen Spaß haben am Ballon-Spektakel. Das beginnt mit dem mühseligen Aufrüsten der Sonderkreationen und endet nach jeder Fahrt im Verpackungsmarathon. „Eine Stunde“ sei das Minimum, sagt Siebel. „Oft dauert’s noch viel länger“, schiebt er nach. Aber die Spazialballone seien halt ein Hobby aus Leidenschaft.

430 Kilogramm wiegt schon alleine das Brandenburger Tor mit Korb. Fast das vierfache Gewicht von einem normalen Heißluftballon. „Eine Tonne Stoff müssen wir dann immer verstauen“, schildert Thomas Siebel das abenteuerliche Szenario nach der Landung. Zupackende Helfer und zuverlässige Leitfiguren braucht Siebel für sein Privat-Unternehmen.

Super Mannschaft am Start

Die hat der 45-Jährige, dreifache Familienvater. seit langem beisammen. Vier Piloten für sechs Ballone (drei davon sind Sonderformen) greifen ihm unter die Arme. „Man muss dazu schon eine super Mannschaft haben“, sagt der Branchen-Spezialist. Wer sich drei Sonderformen leisten kann, benötigt auch beruflich ein gutes Standbein. Thomas Siebel hat sich eine kleine Firma aufgebaut. 26 Mitarbeiter sind bei ihm beschäftigt, die Ersatzteile für Schaumstofftechnik produzieren.

So akribisch wie in den Betrieb kniet sich Siebel auch in sein Hobby. 15 Jahre ist schon Ballon-Pilot. Die Strickmuster für seine Special Shapes entwirft er persönlich. Umgesetzt werden sie in England und neuerdings auch in Deutschland. Für den neuen Orient-Express sind die Weichen gestellt. Die D-OLOK löste bei der WM das sechs Jahre alte Vorgänger-Modell ab. Feierlich zelebriert in einer Taufe am letzten Wochenende der Montgolfiade. Amfreitag gingen beide Züge noch mal gemeinsam in die Luft. „Man hängt immer an dem alten Ballon“, gesteht sein Erfinder. „Aber jetzt freue ich mich auf die neue Lokomotive.“ Und die wird den Wirbel um Thomas Siebel weiter kräftig anheizen.

Veröffentlicht:
DerWesten 10.09.2010

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